Essen gegen mieses Bauchgefühl

Gute-Laune-Essen.

Pistazien, Basilikum, Olivenöl & Co und Pasta – basta. Foto: kochgesellschaft.de

Gehen Depressionen durch den Magen? Es scheint fast so. In einer randomisierten, kontrollierten Studie wurden gesunde Veränderungen der Ernährung mit einfachen Mitteln wie Kochkursen und Fischöl-Ergänzung bewirkt. Die mediterrane Kost verbesserte messbar die geistige Gesundheit, depressive Symptome und die Lebensqualität, meldet das Deutsche Gesundheitsportal. Essen hält also wirklich Leib und Seele zusammen.
Wie viel bringt eine verbesserte Ernährung konkret, wenn Menschen von einer affektiven Störung wie der Depression betroffen sind? Dies untersuchten Forscher nun anhand der mediterranen Kost, die mit Fischöl ergänzt wurde.

Dazu wurden Erwachsene mit einer selbst-berichteten Depression in die Studie aufgenommen und zufällig einer Behandlungs- und einer Kontrollgruppe zugeordnet. Die Behandlungsgruppe (Med-Kost-Gruppe) erhielt drei Monate lang alle zwei Wochen einen „Fresskorb“ und einen Kochkurs zur mediterranen Ernähtungsweise sowie Fischöl-Nahrungsergänzung für ein halbes Jahr. Die Kontrollgruppe nahm dagegen für drei Monate alle zwei Wochen an einer sozialen Gruppe teil. Zu Beginn der Studie, nach drei und nach sechs Monaten wurden die geistige Gesundheit, Lebensqualität und Ernährungssituation mithilfe von Fragebögen ermittelt. Zusätzlich wurden bei diesen Terminen auch Blutproben entnommen, um eine Fettsäurenanalyse an den roten Blutkörperchen vorzunehmen.

152 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren wurden in die Studie aufgenommen. Davon konnten nach drei Monaten 95 Teilnehmer analysiert werden, nach sechs Monaten füllten noch 85 Teilnehmer sämtliche Fragebögen aus. Nach drei Monaten ernährten sich die Teilnehmer der Med-Kost-Gruppe stärker nach dem mediterranen Prinzip. Sie aßen mehr Gemüse, mehr Früchte und Nüsse und mehr Hülsenfrüchte als die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Die Vielfalt der Gemüsesorten war zudem größer. Sie aßen auch messbar weniger ungesunde Snacks oder rotes Fleisch. Die veränderte Ernährung schien sich auch auf die Stimmung auszuwirken: In der Med-Kost-Gruppe zeigten sich nach drei Monaten reduzierte depressive Symptome und eine Verbesserung der Lebensqualität mit Blick auf die geistige Gesundheit. Diese Effekte waren auch in den Ergebnissen nach sechs Monaten zu sehen, konnten also aufrechterhalten werden.
Die Studienautoren analysierten, womit die depressionslindernde Ernährung wesentlich zur Besserung der Stimmung beitrug und fanden allgemein die Einhaltung der mediterranen Kost als relevant, aber auch speziell Nüsse und die Vielfalt der Gemüsesorten. Neben diesen Zutaten zeigten sich auch Zusammenhänge zwischen erhöhten Konzentrationen der Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und niedrigeren Konzentrationen der Omega-6-Fettsäuren auf die verbesserte geistige Gesundheit.

Originaltitel:  A Mediterranean-style dietary intervention supplemented with fish oil improves diet quality and mental health in people with depression: A randomized controlled trial (HELFIMED). © Deutsches Gesundheitsportal

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