Bilderbuchwetter für Bilderbuchpilzsucher

Pilzring

Pilzring

Aus den schönsten Steinpilzen haben wir schlicht ein Carpaccio gemacht. Salz, Pfeffer, Öl, Zitronensaft. Mmmh. Außer einer Schnecke, die ein kleines Löchlein in die  eine Pilzkappe geknabbert hatte, waren die Fundstücke unberührt. Wir waren schneller als die ollen Maden, denen diese Pilze auch schmecken.

Kontrolle

Kontrolle

Endlich waren wir auf Pilztour. Mit großen leeren Körben und hoher Erwartungshaltung trafen sich rund 16 Mitglieder des Vereins in Martinshöhe, um mit dem Pilzsachverständigen Harry Regin durch den Wald zu pirschen. Was wir finden wollten, war uns allen schon zu Anbeginn klar: Steinpilze. Herbstpilze gab es en masse, aber Steinpilze? In den ersten Stunden machten sich die Dinger rar, dafür klärte uns der Pilzkenner über die Hutträger auf, die rechts und links des Weges standen (und auch essbar waren), sich von ihm aber lediglich das Prädikat „essbar, aber wertlos. Inmitten von Mischpilzen, sonst ohne viel Eigengeschmack“ bekamen, wie etwa der violette Rötelritterling. Mit zu Boden gerichtetem Blick schwärmte die Truppe konzentriert aus, trug die Fundstücke zu Regin und ließ sich belehren/aufklären. Viel davon blieb dann auch im Wald. Hallimasch – nicht jedermanns Sache und roh schwach giftig, der Wurzelrübling, der ziegelrote Schwefelkopf – ungenießbar – und nicht zu verwechseln mit dem giftigen grünblättrigen.

Die essen wir nicht

Die essen wir nicht

Die Steinpilze ließen auf sich warten. Und so landeten in den Körben und Körbchen Maronen und in erster Linie Rotfußröhrlinge. Der Finder des ersten Steinpilzes wurde lange beneidet dann findet Regin einen Schwarzblauen Röhrling – für manche noch besser als ein Steinpilz – und das Jagdfieber war wieder da. Mit zu Boden gerichteten Blicken ging die Truppe konzentriert durch den Wald, wischte Blätter zur Seite, durchstreifte Schonungen in der Hoffnung auf Steinpilze und die Aussicht, die schönen und jungen Exemplare vor Schnecken und Maden zu beschützen. Alte und zerfressene Pilze haben wir gleich da gelassen. Sollen die doch ihre Sporen verbreiten für das nächste Jahr. Pilzvergiftungen, so lernten wir, kommen nicht nur von giftigen Pilzen, sondern auch von alten. Wenn sich ihr Eiweiß zersetzt, dann setzt uns Menschen das zu.

Junge, feste Exemplare werden mit einem scharfen Messer geerntet oder landen mit einer Drehbewegung im Körbchen, dem besten aller Sammelbehältnisse. Weidenkörbe sind ideal für die Waldbewohner, Einkaufsbeutel können die Beute zerdrücken und Plastikbeutel sind gleich gar nichts: Die Pilze dürfen nicht schwitzen, sie verderben sonst noch rascher als sie es eh schon tun. Sie sollten rasch verarbeitet werden.

Das Essen in der Fritz-Claus-Hütte (mit Dreigangmenue für 6,40 Euro) hatten wir uns

Essen fassen

Essen fassen

nach drei Stunden (fast) erfolgloser Suche nach Steinpilzen echt verdient. Harry Regin sei Dank: Weil er dort unsere Körbchen auf Essbarkeit überprüfen wollten, nahmen wir sie mit. Und da fanden wir sie dann, direkt vor der Hütte. Sie haben dort auf uns gewartet: junge, feste Steinpilze. Ein schmackhaftes Ende eines schönes Sonntagsausfluges.

© Christiane Appel

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