Kurz & knapp: Olivenöl

Tolle Früchte, tolles Öl - wenn gute Oliviers sich drum kümmern.

Tolle Früchte, tolles Öl – wenn gute Oliviers sich drum kümmern.

„Oliviers müssen sein wie gute Winzer: Sie produzieren unverwechselbare, authentische Öle, aus denen Sorte, Herkunft und Handwerk sprechen.“

Olivenöl ist ein Geschmackserlebnis, das in den ersten Momenten etwas gewöhnungsbedürftig ist – zumindest in unseren Breiten. Bitter und scharf ist es – und der bittere Stoff reizt zum Husten.
Der Duft zählt zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen guten Öls: Es sollte riechen nach frisch geschnittenem Gras, grünen, unreifen Oliven, grünen Tomaten, grünen Bananen, Artischocken, zitrischen Noten. Wer solche Gerüche in der Nase hat, wenn er an Olivenöl riecht, der darf getrost probieren.
Neun von zehn Ölen, die im Handel erhältlich sind, sind so fehlerhaft, dass sie als Lebensmittel gar nicht in den Verkauf gelangen dürften. Der traurige Umkehrschluss: Der Markt für gutes Olivenöl ist klein, er beträgt unter zehn Prozent.
Mit der besten Güteklasse, nativem Olivenöl Extra (Extra Vergine, Virgin Extra) auf der sicheren Seite? Leider nein. Fast alle Olivenöle sind „native Olivenöle extra“, die EU-Richtlinien sind sehr dehnbar – und damit unpräzise. Unerfreuliche Tatsache ist: In der Güteklasse natives Olivenöl extra sind Spitzenöle ebenso einzuordnen wie billiger Ramsch. Gutes Olivenöl zu finden, ist nicht einfach.
Die Täuschung der Verbraucher erfolgt völlig legal. Das bedeutet auch: Der Betrug ist „normal“.

Nicht legal, aber betrügerische Praxis:
Minderwertige Öle werden als „Extra Vergine“ etikettiert, bei der Herkunft wird geschummelt.

Lampantöl (Lampenöl), das nicht für den Verzehr zugelassen ist, wird raffiniert/desodoriert, mit tunesischem (Nicht EU) und spanischem oder griechischem (EU) in Italien gemischt (der Verbraucher hat am liebsten Olivenöl aus der Toskana), abgefüllt und als Qualitätsprodukt verkauft.

Eine Mischung von diversen Extra Vergine-Ölen aus der EU deutet nicht auf ein Qualitätsprodukt hin.

Gutes Olivenöl hat seinen Preis. Bei billigem Olivenöl ist schlechte Qualität garantiert. Gutes Olivenöl kann nicht kostengünstig hergestellt werden. Gutes Olivenöl ist immer filtriert und auf dem Etikett mit genauer Herkunftsangabe und Erntedatum versehen. Deshalb: Unbedingt auf das Etikett auf der Rückseite der Flasche schauen!!!

Gutes Olivenöl:
Es duftet. Nach grünen, frischen Oliven, frisch gemähtem Gras, Artischocken, grünen Tomaten, ebenso grünen Bananen und kann sogar zitrische Noten haben.
Finger weg:
Wenn es nicht frisch und pflanzlich riecht, sondern nach Heu, eingelegten/überreifen Oliven, nach überreifer Banane oder gar Fensterkitt, ranzig

Geschmack:
frisch, scharf, bitter. Es kratzt im Hals? Wunderbar. Dafür verantwortlich sind die gesunden Polyphenole und Antioxidantien. Sie machen das Olivenöl in ernährungsphysiologischer Hinsicht besonders wertvoll.

Finger weg:
schlammig, muffig, säuerlich/leicht essigstichig, ranzig

Quellen:
Artefakt
Merum
Lafer, das Journal für den guten Geschmack